Hexen und Huskies

geschrieben von Iva Liska für das SHC-Aktuell Nr. 20 (Vereinszeitschrift des SHC)

Inmitten einer tollen mystischen Landschaft in der buckeligen Welt von Niederösterreich – und bezeichnenderweise neben dem sogenannten „Hexenweg“ – haben Andreas, unsere Hunde und ich vor eineinhalb Jahren eine neue Heimat gefunden. Der „Hexenweg“ berichtet in sieben Tafeln von dem Schicksal der Brombergerin Afra Schickh im Jahre 1671 und aus der Zeit der unmenschlichen Hexenverfolgung. Seit 2004 findet nun der „Hexensommer“ auf der Naturbühne in Bromberg statt. Dieses packende und berührende Theaterstück von Elisabeth Daniel war letztes Jahr ein großer Erfolg. Neben einigen Lokalschauspielern und einem Bühnenbild von Manfred Wabe (der schon für seine berühmten Bühnenbildern und Naturkulissen bei den Opernfestspielen in St. Margarethen bekannt ist) konnte man mit einer großen Starbesetzung aufwarten. Österreichische TV-Stars wie Barbara Karlich, Kurt Schalaby und Willi Wolf waren auf der Bühne zu sehen. In die einzigartige Atmosphäre der Naturbühne fügten sich noch lebende tierische Schauspieler und tolle Showeffekte ein.

Unsere Gemeinde identifiziert sich sehr mit diesem Projekt und es gibt zahlreiche ehrenamtliche Helfer. Letztes Jahr hatten wir unsere Pferdekoppel für das mitspielende Pferd zur Verfügung gestellt, in diesem Sommer für den Esel. Dieses Jahr wurden wir dann gefragt ob wir bzw. unsere Hunde mitmachen möchten. Diese Chance haben wir natürlich sehr gerne wahrgenommen. Unsere Aufgabe war es „Hexenhäscher“ zu spielen, die aus dem Wald kommen und die Landstreicherin Salome (gespielt von Barbara Karlich) verfolgen. Dazu mussten unsere Huskies zusammen mit anderen caniden Schauspielern im Schauspielerbereich warten und dann ganz leise die enge Naturtreppe hochsteigen, um nach dem Ertönen des Jagdhorns die Bühne runterzulaufen. Die Hunde mussten – wenn möglich – an der Leine ziehen, schnüffeln und suchen und viel Wirbel machen. Andreas hat Keyla und Akim zusammen an der Leine geführt, ich hatte Guiness of Kwik Way (Züchter Fam. Bäumler), und die ruhigen Mädels Akira und Britney Spears of Frankonia Power (Züchter Fam. Roppelt) wurden an zwei Schauspieler „verliehen“ die selbst auch Hundeerfahrung haben. Auf der Bühne mussten unsere Huskies dicht an den anderen Hunden (Jagdhunde, Schäferhunde, ein kleiner Terrier und ein Golden Retriever) vorbei, an Licht- und Klangeffekten und dem drehenden Mühlenrad, zum Schluß beim Ausgang auch noch an den schon wartenden Esel. Wir hatten im Vorfeld mehrere Proben, eine Kostümprobe und einen Termin für die Pressefotos. Unsere Huskies haben von Anfang an sehr freudig mitgemacht. Als wir sie zu der bestimmten Uhrzeit vor dem Auftritt abholten, zeigten sie sogar ähnliche „Symptome“ wie beim vor dem Training und beim Einspannen. Die ungewohnte Umgebung, die vielen fremden Menschen und Tiere oder andere Hundeführer stellten von Anfang an kein Problem dar. Bei der Generalprobe sorgten die vielen Menschen und das Klatschen bei den Yearlings Britney und Guiness für einen kurzen Moment der Ablenkung, aber sie hatten sich gleich wieder routiniert in ihre Rollen eingefügt und fanden alles ganz toll. „Problematischer“ war, dass sie auf der Bühne viel zu brav an der Leine gingen und keinen Wirbel machten. Dafür haben sie aber immer interessiert die Kulisse untersucht und das Kommando „such“ wie geübt befolgt. In den Pausen wurden die Huskies vom Regisseur Roman Kollmer und seinem Team mit Leckerlies (auf Porzellantellern!) verwöhnt und von den Schauspielern (besonders den mitspielenden Kindern) gestreichelt. Das hat die Bande natürlich sichtlich genossen. Der Streß – besser gesagt das Lampenfieber – für die Hunde hielt sich in Grenzen. Wir haben den kurzen Weg zur Bühne an der Leine als Spaziergang gestaltet. Das Warten im Backstage-Bereich war meistens nicht länger als 30 Minuten und nach der Vorführung konnten wir gleich wieder nach Hause spazieren. Insgesamt wurden 12 Vorstellungen gespielt, gesehen von 8850 Besuchern. Gegenüber dem Vorjahr eine noch größere Steigerung und ein toller Erfolg. Wir sind sehr stolz auf unsere vierbeinigen Schauspieler und müssen immer schmunzeln, wenn es heißt, dass „Schlittenhunde“ nur vor dem Schlitten laufen können und sonst nichts.


Vom 06. bis 08. Februar 2004 fand das, vom RSSC organisierte 3 Tages-Rennen in Bad Mitterndorf, Auseerland statt. Trotz des vorhergesagten Wärmeeinbruchs war uns der Wettergott wirklich gnädig – es war genug Schnee auf dem Trail (die Eisplatten auf dem Stake-Out waren bewältigbar) – und dieser war dazu besonders schön ausgewählt (vor allem für die D Klasse) und super präpariert.

Das ganze war hervorragend organisiert, und der Sprecher war witzig wie immer. Die Zuschauer mussten zwar Eintritt bezahlen (was bei uns sonst nicht so üblich ist), dafür gab es dann jeden Tag eine Zuschauer - Preisverlosung. Es waren für meine Erfahrungen doch viele Zuschauer.

Wir reisten (wie immer recht knapp) am Starttag in der Früh an. Akim und Keyla waren überraschend gut drauf – trotz vieler Überholerei auf dem Trail. Das wäre organisatorisch sicher besser zu lösen gewesen – aber ich sah es als Chance zur Überhol-Verfeinerung an.

Nachher dürfte ich Silvia, Stefan und ihre Frankoniapower-Hunde, die ich immer per Internet bewundert habe, endlich mal live treffen. Sie bestritten das Rennen in Österreich als Aufwärmrunde für das Trans Thuringia Distancerennen.


Alles in allem, ein tolles Rennen, mit einer wunderschönen Kulisse, und Superstimmung.